Die Betriebsschließungsversicherung wurde in der Vergangenheit meist als Single Vertrag oder im Rahmen einer sogenannten Multi-Risk Police versichert. Aufgrund der aktuellen Corona Pandemie rückt dieses Thema vermehrt in den Vordergrund und es erreichen mich zunehmend Anfragen zu diesem Thema.

Zur begrifflichen Klärung, die Betriebsschließungsversicherung hat nichts mit der Betriebsunterbrechungs- oder Betriebsausfallversicherung zu tun. Diese bezieht auf vertraglich vereinbarte Gefahren wie Feuer, Leitungswasser, Einbruch/ Diebstahl usw.

Das Problem der Betriebsschließungsversicherung liegt in der unterschiedlichen Auslegung der Bedingungen bei den Versicherern in der Regulierung. Dazu kommt, dass bei den meisten Betrieben aktuell gar keinen Versicherungsfall vorliegt, da sie Präventiv ihre Arbeit eingestellt haben. Dadurch sehen sich die meisten Versicherer nicht in der Versicherungspflicht. Im Bereich der Gastronomie wurde jetzt durch den DEHOGA Bayern e.V. mit den Vertretern der Versicherungswirtschaft ein Kompromiss geschlossen. Nach Abzug der Soforthilfe durch Bund und Land, sowie der Regelung zum Kurzarbeitergeld wurde ein durchschnittlicher Schaden von 30% abgeleitet. Der Lösungsvorschlag sieht eine Beteiligung der Versicherer in Höhe von 15% vor. Nachdem sich aktuell nur eine handvoll Versicherer in der vollen Eintrittspflicht sehen, ist es zumindest zu begrüßen, das die Zahl der Versicherer die an der vereinbarten Kompromisslösung teilnehmen steigt und nicht kategorisch mit Verweiß auf Auschlußklauseln ablehnen.

Dass gerade in der aktuellen Situationen einige Versicherungsmathematiker mit ihrem Taschenrechner überfordert scheinen, ändert nichts an dem allgemeinem Disaster im Umgang versicherter Kunden. Zitat: Hubert Aiwanger “Lieber das bratfertige Hendl am Tisch”, entspricht hier eher einem Chicken Nugget als einem Hendl.

Fazit: Gerade für mich, als unabhängiger Versicherungsmakler, bleibt es spannend zu beobachten, welche Versicherer sich weiter kooperativ zeigen und am Ende ihre Kunden nicht im Regen stehen lassen. Dies wird für mich ein entscheidender Faktor bei der zukünftigen Gesellschaftsauswahl darstellen.

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